header-pos

Funkrufname:

„Last 2 Korneuburg“

WLFA-K

Aufbau: Fa. Keller, Kuhn u. Hänsch
Fahrgestell: MAN 41.480 8x6
Baujahr: 2014
Besatzung: 1:1

 
Anfang 2014 konnte die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Korneuburg ein hochmodernes 4-Achs-Wechselladerfahrzeug mit Ladekran [WLFA-K] in Dienst stellen. Das neue Fahrzeug verfügt über einen leistungsstarken 62mt [Metertonnen] Fahrzeugkran sowie eine 8to Bergeseilwinde. Der Wechsellader ist in der Lage mit dem 20to Hakengerät schnell und sicher verschiedenste Wechselaufbauten (Container) aufzunehmen, zu transportieren und am jeweiligen Bestimmungsort abzusatteln. Gemeinsam mit der Stadtgemeinde Korneuburg/Stadtservice (Bauhof) konnten Synergien gefunden werden, sodass das Fahrzeug dual, das heißt sowohl kommunal als auch als Einsatzfahrzeug, in Verwendung stehen wird. Die Gesamtkosten von rund 545.000€, inkl. USt, teilten sich Feuerwehr (145.000€) und Stadtgemeinde mit 400.000€. Zu den Anschaffungskosten wurde eine Förderung vom Land Niederösterreich von rund 50.000€ gewährt.

Langjährige Planung macht sich bezahlt

WLFA-KDer Anschaffung ging eine mühevolle Verhandlungs- und Planungsarbeit der Arbeitsgruppe „WLF“ mit den zuständigen Stellen sowie dem NÖ Landesfeuerwehrkommando voraus. Im Jahr 2008 begannen die ersten Planungsarbeiten für ein derartiges Fahrzeug. Bereits zu diesem Zeitpunkt war klar, dass das zukünftige Fahrzeug- und Logistikkonzept der Feuerwehr in Richtung eines modular einsetzbaren Wechselladerfahrzeuges gehen muss. Das Versorgungsfahrzeug (Mercedes 410D Pritsche, Baujahr 1991) und das schwere Rüstfahrzeug (Steyr 16 S 25, Baujahr 1992) werden in absehbarer Zeit zu ersetzen sein. Um diese notwendigen Sonderfahrzeuge mit eher geringer Kilometerleistung wirtschaftlich zu ersetzen, sollte ein Trägerfahrzeug angeschafft werden, das den flexiblen Einsatz mehrerer Einsatzcontainer ermöglicht. Etwa zur selben Zeit stationierte der NÖ Landesfeuerwehrverband den Container WLA „Wasserdienst“ bei der Feuerwehr Korneuburg. Dieser sollte im Katastrophenfall (z.B. Öleinsatz auf der Donau) zum Einsatz kommen - Trägerfahrzeug für diesen Container gab es allerdings keines. Im Einsatzfall musste die Feuerwehr daher auf zivile Fuhrunternehmer, die Stadtgemeinde oder das Rote Kreuz zurückgreifen. Diese Vorgehensweise stellte auf Dauer keine gangbare Lösung dar.

Warum braucht die Feuerwehr ein 4-Achs-Fahrzeug?

WLFA-KNach Analyse des Einsatzspektrums wurde rasch klar, dass mit einem „herkömmlichen“ 3-Achs-Fahrgestell in punkto Nutzlast, Kranaufbau und Containertransport nicht das Auslangen gefunden hätte können. Problematisch wären hier sowohl der gesetzeswidrige „Überhang“ von größeren Containern von bis zu 2,0m hinten, über das Fahrzeug hinaus, sowie in Kauf zu nehmenden Abschläge bei der Leistungsfähigkeit des Fahrzeugkrans gewesen. Ebenso konnte durch das 4-Achs-Fahrgestell eine 8to Bergeseilwinde mit direktem Zug nach hinten und ein 20to-Hakengerät mit „Pa-Lift“ (zum Aufnehmen schwerer Container) realisiert werden, um auch in Zukunft bei schweren Bergungen gerüstet zu sein.

Die Anschaffung selbst erfolgte erstmals in der Geschichte der Feuerwehr über die Bundesbeschaffungsgesellschaft [BBG]. Durch den Kauf über diese „Einkaufsgenossenschaft“ konnte eine Kostenersparnis gegenüber einer Einzelanschaffung erreicht werden, da im Produktepool der BBG ein MAN-LKW-Fahrgestell vorhanden und damit für die Feuerwehr verfügbar war. Den weiteren feuerwehrtechnischen Aufbau (Kästen und Staufächer) führte die Fa. Keller GmbH Karosserie-, Lack- und Fahrzeugtechnik aus Harmannsdorf-Rückersdorf, durch. Die Warn- und Signaleinrichtung, basierend auf der bewährten LED-Technologie, lieferte die deutsche Fa. Hänsch. Die Ladetechnik stellte die Fa. Kuhn bei.

Für den Ladekran ist eine erfolgreich abgelegte Prüfung gemäß Fachkenntnis-Verordnung FK-V für Fahrzeug- und Ladekrane über 300kNm (gemäß § 6Z1e FK-V) erforderlich. Zurzeit besitzen 33 Feuerwehrmitglieder diesen Nachweis. Weitere diesbezügliche Schulungen sind geplant.

Duale Nutzung mit dem Stadtservice Korneuburg


Stets die Wirtschaftlichkeit einer rund halben Million Euro teuren Fahrzeuganschaffung vor Augen, wurde auf Basis einer Nutzungsvereinbarung mit der Stadtgemeinde Korneuburg eine gemeinsame Verwendung des Wechselladerfahrzeuges beschlossen. Somit kommt der Stadt Korneuburg das neue Fahrzeug gleich doppelt zugute.  Das Stadtservice Korneuburg kann das neue Trägerfahrzeug für ihre Aufgaben heranziehen. Die Fahrer sind ausgebildete Maschinisten und zugleich Mitglieder der Feuerwehr Korneuburg. Im Alarmfall rückt das Fahrzeug gleich von der Gemeindearbeitsstelle in das Feuerwehrhaus ein oder direkt an die Einsatzstelle aus.  Dies bringt nicht nur in der Wartung, sondern vor allem in der Betriebssicherheit Vorteile. Maschinisten, die täglich mit dem Fahrzeug, dem Hakenladesystem und dem Ladekran arbeiten, sind entsprechend gut „in Übung“, was sich natürlich auch für die Verwendung im Einsatz positiv auswirkt.

Wechsellade - Aufbauten

 

Taktische und wirtschaftliche Überlegungen

  • Wechselladerfahrzeug in Verbindung mit Logistikcontainer ersetzt das bisherige Versorgungsfahrzeug und erhöht die Ladekapazität gleichzeitig um das Dreifache
  • Rüstcontainer = geplanter Ersatz für das schwere Rüstfahrzeug
  •  Mit einem entsprechend leistungsstark dimensionierten Abrollkipper (Hakengerät) kann eine weitere "schwere" Kfz-Bergeeinrichtung (LKW/PKW Abschlepp-Plateau) wirtschaftlich realisiert werden, wenn dies in Zukunft von Nöten ist
  •  (zuschaltbarer) Allradantrieb ist erforderlich, um auch bei Leerfahrten im Winter (Schneefahrbahn) gute Fahreigenschaften erzielen zu können
  • Synergieeffekte mit der Stadtgemeinde (Bauhof) bringen Kosten- und Wartungseffizienz sowie auf das Gerät eingeübte Maschinisten (hohe Fahrpraxis)
  • Im Ausnahmefall (Katastrophenfall) können nach wie vor Container der Feuerwehr mit Fahrzeugen der Stadtgemeinde transportiert werden
  • optional: Ankauf eines Kran-Arbeitskorbs Entlastung der Drehleiter bei Sturmeinsätzen durch Verwendung des Ladekrans mit Arbeitskorb. Grund ist, dass das Betreiben von Motorkettensägen im Drehleiterkorb keine optimale Lösung wegen der Sägespäne, die in den Leiteraufbau fallen können, darstellt.
  • optional: Ankauf eines Schalengreifers oder Holzblochzange. Dreheinrichtung (Rotator) ist am Kran bereits vorbereitet

Technische Daten

Fahrzeug/Fahrgestell
MAN 41.480 8x6 
350kW/480 PS bei 41 Tonnen technisch hzl. Gesamtgewicht
1. und 2. Achse gelenkt
Luftfederung an den Hinterachsen
Allradfeststellbremse für den Windenbetrieb
Automatisiertes Getriebe MAN TipMatic als Entlastung für den Maschinisten
6-fach Abstützung für den Kranbetrieb
Lackierung RAL 3000 (feuerrot)

Zusatzausrüstung WLFA-K
Hakengerät Abrollkipper Palfinger T20A (200kN) mit knickbarem Hakenarm
hydraulische Containerhalteverriegelung, außenliegend
Rotzler Treibmatic-Winde „fire“ TR80/6, 80kN Zug nach hinten
Ladekran PK65002SH, Hubmoment 608 kNm (62mt) max. hydraulischen Reichweite von 20,3m bei 2.100kg
Kran-Überlastsicherung PAL 150 mit Geometrieüberwachung
Knickarm 15 WLFA-KGrad nach oben überstreckbar
Ladekran steuerbar über Fernbedienung
Rotator (Dreheinrichtung am Kranhaken)

Warn- und Signaleinrichtung
Hänsch-Blaulichtanlage mit Front- und Heck-LED-Leuchten
LED-Technik gelb oder blau umschaltbar (Kommunaler- oder Feuerwehrbetrieb)
Umfeld-, Rückfahr- und Gerätefachbeleuchtung in LED-Technik
Martinhorn mit Kompressor

 

 

 

 Pressespiegel

Bericht  "Brandheiss" - Feb/Mar 2015

Bericht "Feuerwehrobjektiv" 6/2014